Abnahme (technisch)
Rechtlicher Zeitpunkt des Gefahrübergangs nach § 644 BGB vom Errichter auf den Betreiber. Mit der Unterzeichnung beginnt die Gewährleistungsfrist und die Beweislast für Mängel kehrt sich auf den Betreiber um.
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Kombiniertes Abkürzungsverzeichnis und Glossar für Investoren, Betreiber und Sachverständige. Kaufmännisch-technische Einordnung nach BGB, EEG, DIBt und VDE-Prüfpraxis.
Rechtlicher Zeitpunkt des Gefahrübergangs nach § 644 BGB vom Errichter auf den Betreiber. Mit der Unterzeichnung beginnt die Gewährleistungsfrist und die Beweislast für Mängel kehrt sich auf den Betreiber um.
Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis bzw. Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des DIBt. Gesetzlicher Verwendbarkeitsnachweis für Unterkonstruktionen und Dachhaken; zwingende Voraussetzung für die Deckungszusage der Sachversicherung.
Wechselstrom; bezeichnet die Stromform nach der Wechselrichtung für Haushaltsverbrauch, Gewerbebetrieb und die Einspeisung ins Verteilnetz.
Erhöhtes Soiling- und Verschmutzungsrisiko bei Freiland- und Dachanlagen in Agrarumgebungen durch mineralischen Staub, Pollenflug und organische Emissionen.
Absetzung für Abnutzung; steuerliche Abschreibung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten einer Photovoltaikanlage über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer (in der Regel 20 Jahre linear nach AfA-Tabelle).
Integrierte Gleichstrom-Lichtbogenerkennung im Wechselrichter, die fehlerhafte Lichtbögen im Millisekundenbereich abschaltet, um Brände auf dem Dach zu verhindern.
Gleichzeitige Nutzung von Freiflächen für die landwirtschaftliche Produktion und die solare Stromerzeugung (Aufständerung oder vertikale Zäune).
Maß für das Rückstrahlvermögen von Oberflächen. Helle Untergründe (z. B. weißer Kies, Schnee, helle Folien) erhöhen den Ertrag bifazialer Solarmodule signifikant.
Aluminium Back Surface Field; ältere Solarzellentechnologie mit einer passivierenden Aluminiumschicht auf der Rückseite; weitgehend durch PERC und TOPCon abgelöst.
Zertifizierungsverfahren nach IEC 62716; weist die Beständigkeit von Modulen gegen aggressive Ammoniakgase in der Viehhaltung nach.
Auf der Rückseite des Moduls fixiertes, wasserdichtes Gehäuse zur Kapselung der Bypass-Dioden und Leitungsanschlüsse.
Ausnutzung von Strompreisdifferenzen am EPEX-Spotmarkt durch gezieltes Zwischenspeichern (Laden bei Niedrig- oder Negativpreisen, Entladen bei Hochpreis-Peaks).
Antireflexbeschichtung auf dem Modul-Frontglas; maximiert die Lichtabsorption. Erfordert zwingend pH-neutrale, abrasive freie Reinigungsverfahren zum Werterhalt.
Das Photovoltaik-Projekt als eigenständiger, bewertbarer Vermögenswert und Cashflow-generierendes Investitionsgut.
Beschwerung von Flachdach-Montagesystemen (meist durch Betonsteine), um die Standfestigkeit gegen Windlasten ohne Dachdurchdringung zu sichern.
Bankfähigkeit eines PV-Assets; dokumentiert die Kreditwürdigkeit anhand von Ertragssimulationen (P90), Vertragswerken, Komponentenqualität und O&M-Konzepten.
Battery Energy Storage System; stationäres Batteriespeichersystem im industriellen Großmaßstab zur Eigenverbrauchsoptimierung, Peak-Shaving oder Netzstützung.
Gesetzliche Grundlage für Werkverträge, Kaufverträge, Pachten und die zivilrechtliche Verkehrssicherungspflicht (§ 823 BGB).
Verhältnis des Wirkungsgrads der Modulrückseite zur Vorderseite (in Prozent); bestimmt den Mehrertrag durch reflektierte Strahlung.
Kennzahl und Schnellprüfverfahren zur Früherkennung beginnender Leistungsverluste durch Modulverschmutzung (Soiling).
Building-Integrated Photovoltaics; bauwerkintegrierte PV, bei der Module als vollwertige Baustoffe (Fassade, Vordach, Bedachung) fungieren.
Elektronische Steuereinheit eines Batteriespeichers; überwacht Zellspannungen, Thermik, State of Charge (SoC) und schützt vor Tiefentladung.
Bebauungsplan; verbindliche Satzung der Kommune über die bauliche Nutzung von Grundstücken (maßgeblich für Freiflächen und gewerbliche Hallen).
Hauptleiterbahnen auf der Solarzelle zur Stromsammlung der feinen Kontaktfinger; moderne Zellen nutzen Multi-Busbar-Designs (MBB) zur Widerstandsreduktion.
Schutzdiode in der Anschlussdose; überbrückt teilverschattete Zellstrings, um Leistungsabfall und zerstörerische Hotspots zu verhindern.
Marktsegment für gewerbliche und industrielle Photovoltaikanlagen (typischerweise 100 kWp bis mehrere Megawatt).
Einmalige Investitionsausgaben für Planung, Anschaffung, Tiefbau und Montage der PV-Anlage bis zur schlüsselfertigen Inbetriebnahme.
Dünnschicht-Halbleitermaterialien (Cadmiumtellurid / Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid) mit guter Schwachlichtausbeute bei geringerem Flächenwirkungsgrad.
Kennzahl für die relative Lade- bzw. Entladeleistung einer Batterie bezogen auf ihre Nennkapazität (z. B. 1C = vollständige Entladung in 1 Stunde).
Verbindungselemente und Montagematerialien mit geringem Einzelwert, deren Mangel jedoch zu gravierenden Bauverzögerungen führt.
Dachanschlagspunkte; Anschlageinrichtungen zur Sicherung von Personen mit PSA gegen Absturz.
Bankseitige Bemessung des maximalen Fremdkapitalvolumens basierend auf P90-Ertragsszenarien und dem geforderten Schuldendienstdeckungsgrad (DSCR).
Alterungsbedingter, irreversibler Leistungsabfall von Solarzellen über die Betriebsdauer (in der Regel 0,4 bis 0,55 % p. a.).
Ablösung der schützenden Einbettungsfolien (EVA/POE) von Solarzellen oder Glas; führt zu Feuchtigkeitseintritt, Korrosion und Modulausfall.
Verbindliche Unfallverhütungsvorschrift für wiederkehrende Prüfungen elektrischer Anlagen im gewerblichen Betrieb (Fristen: 1 bis 4 Jahre).
Beschränkt persönliche Dienstbarkeit in Abteilung II des Grundbuchs; sichert dem Betreiber das dingliche Recht zum Betrieb der Anlage auf einem Fremddach.
Bemessungsnorm für Einwirkungen auf Tragwerke; definiert die Wind- und Schneelastzonen für die baurechtliche Statikberechnung.
Norm für Mindestanforderungen an Dokumentation, Inbetriebnahme-Prüfung und wiederkehrende Prüfungen netzgekoppelter PV-Systeme.
Gesetzliche Pflicht ab 100 kWp (§ 21 Abs. 1 EEG) zum Verkauf des Solarstroms an der Strombörse über einen lizenzierten Vermarkter (Marktprämienmodell).
Entladetiefe eines Batteriespeichers in Prozent der Gesamtkapazität; definiert zusammen mit der Zyklenzahl die reale Speicherlebensdauer.
Laden von Elektrofahrzeugen über alle drei Außenleiter (L1, L2, L3) mit bis zu 11 bzw. 22 kW Ladeleistung (erfordert Phasenumschaltung im EMS).
Schuldendienstdeckungsgrad; Quotient aus freiem operativem Cashflow und dem jährlichen Zins- und Tilgungsdienst (mindestens 1,20 bis 1,30 für Bankability).
Sorgfältige technische, rechtliche und finanzielle Risikoprüfung eines PV-Assets vor Kauf, Bau oder Finanzierung.
Elektrische Leitfähigkeit des Reinigungswassers in µS/cm; Indikator für den Restsalzgehalt zur Vermeidung von Kalkschleiern (unter 20 µS/cm erforderlich).
Erneuerbare-Energien-Gesetz; Bundesgesetz zur rechtlichen und finanziellen Regulierung von Netzzugang, Einspeisevorrang und Vergütung.
Plattform der deutschen Finanzverwaltung zur elektronischen Übermittlung der steuerlichen Erfassung und Voranmeldungen.
Hard- und Software zur automatisierten Steuerung und Optimierung der Energieflüsse zwischen PV, Batterie, Großverbrauchern und Netz.
Energiewirtschaftsgesetz; gesetzlicher Rahmen für den Betrieb von Energienetzen und die Marktregulierung (u. a. § 14a EnWG zur Netzdrosselung).
Europäische Strombörse in Paris; Referenzmarkt für den Day-Ahead- und Intraday-Stromhandel und Basis der Marktprämie nach EEG.
Einscheiben-Sicherheitsglas bzw. Teilvorgespanntes Glas; thermisch behandelte Gläser mit hoher Hagel- und Windlastwiderstandsfähigkeit.
Standard-Kunststofffolie zur Einbettung von Solarzellen im Modullaminat; bei Glas-Glas-Modulen zunehmend durch POE ersetzt.
Rechtlich bindende Bestätigung des eingetragenen Elektroinstallateurs über die normgerechte Errichtung nach VDE; Voraussetzung für Zählersetzung.
Zeitpunkt nach § 644 BGB, an dem das Verlust- und Beschädigungsrisiko vom Handwerker auf den Bauherrn übergeht (bei formeller Abnahme).
Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung nach § 42b EnWG; bürokratiearmes Modell zur Vor-Ort-Stromverteilung im Mehrparteienhaus ohne EVU-Vollversorgerpflicht.
Halbiertes Zellformat; halbiert den Zellstrom, reduziert interne ohmsche Leitungsverluste um 75 % und verbessert das Schwachlicht- und Verschattungsverhalten.
Hochleistungs-Zellarchitektur aus monokristallinem Silizium und amorphen Dünnschichten; zeichnet sich durch minimale Temperaturkoeffizienten aus.
Lokale Überhitzung einer Solarzelle infolge von Teilverschattung, Mikrorissen oder Zelldefekten; führt zu Degradation, Delamination und Brandgefahr.
Zeitliche oder steuerungstechnische Verzögerung im Regelkreis des EMS (z. B. Mindestlaufzeit der Wärmepumpe), um taktbasierten Verschleiß zu verhindern.
Investitionsabzugsbetrag; steuerlicher Hebel, der es ermöglicht, bis zu 50 % der geplanten Anschaffungskosten einer PV-Anlage vorab gewinnmindernd anzusetzen.
Rückseitenkontaktierte Solarzelle; platziert alle Leiterbahnen auf die Modulrückseite zur reflexionsfreien Ausnutzung der Vorderseite.
Intelligentes Messsystem; zertifizierte Kombination aus digitalem Stromzähler (mME) und Kommunikationseinheit (Smart-Meter-Gateway / SMGW).
Markteffekt, bei dem ein massiver, ungesteuerter Mittagszubau von PV-Strom die Börsenpreise drückt und im Extremfall zu Negativpreisen führt.
kVA: Scheinleistung des Wechselrichters/Trafos. kWp: Nenn-Spitzenleistung des Modulfelds unter Laborbedingungen. kWh: Maßeinheit der tatsächlich geleisteten elektrischen Energie.
Kontinuierliches Lastprofil mit 35.040 Messpunkten pro Jahr; mathematische Berechnungsgrundlage für industrielle RLM-Stromkunden.
Stromgestehungskosten; betriebswirtschaftliche Gesamtkosten zur Erzeugung einer Kilowattstunde Strom über die gesamte Lebensdauer der Anlage.
Etablierte Zellchemie für stationäre Speicher; zeichnet sich durch hohe Eigensicherheit, thermische Stabilität und lange Zyklenlebensdauer aus.
LID: Lichtinduzierte Degradation in den ersten Betriebsstunden. PID: Potenzialinduzierte Degradation durch Leckströme zwischen Modulrahmen und Halbleiter.
Planungsmangel, bei dem fehlende permanente Wartungs- und Steigwege wiederkehrend teure Mietlösungen (Hubsteiger) bei jedem Serviceeinsatz erzwingen.
Strategische Richtungsentscheidung zwischen Eigenleistung der Instandhaltung und vollständiger Fremdvergabe an externe O&M-Dienstleister.
Marktstammdatenregister; behördliches Register der Bundesnetzagentur; Pflichtregistrierung innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme zur Sicherung der Vergütung.
Standardisierter Steckverbindertyp im DC-Bereich. Das Vermischen von Steckern verschiedener Hersteller (Cross-Mating) ist eine Hauptursache für Lichtbögen und Brände.
Elektrische Verlustleistung durch Serienschaltung ungleicher Module (unterschiedliche Kennlinien, Verschmutzung oder Teilverschattung).
Offene, herstellerunabhängige Industrieprotokolle zur LAN-basierten Auslesung und Steuerung von Wechselrichtern und Speichern.
Elektronischer Algorithmus im Wechselrichter, der den Arbeitspunkt kontinuierlich auf der Kurve der maximalen Leistungsabgabe hält.
Netz- und Anlagenschutz; vorgeschriebene Schutzeinrichtung mit Kuppelschalter zur Netzentkopplung bei Spannungs- oder Frequenzabweichungen (VDE-AR-N 4105 / 4110).
Netzanschlussbegehren; formeller Antrag beim Verteilnetzbetreiber zur Prüfung der Netzkapazität am Verknüpfungspunkt.
Glättung teurer 15-Minuten-Leistungsspitzen bei gewerblichen RLM-Kunden durch gezielte Speicherentladung zur Senkung des Leistungspreises.
Langfristiger, privatrechtlicher Stromliefervertrag zwischen Anlagenbetreiber und Stromabnehmer (Corporate PPA oder Merchant PPA).
Notarielle Erklärung der Banken in Abteilung III des Grundbuchs, mit ihren Grundschulden hinter die PV-Dienstbarkeit in Abteilung II zurückzutreten.
Physikalische Verfahren zur Vollentsalzung von Reinigungswasser zur kalkfreien und rückstandslosen Modulpflege.
Registrierende Leistungsmessung; Messverfahren für Gewerbebetriebe ab 100.000 kWh Jahresverbrauch mit 15-Minuten-Mittelwerten.
Betriebswirtschaftliche Renditekennzahl zur Ermittlung des Gesamtrückflusses des eingesetzten Kapitals.
Systemische Verknüpfung des Stromerzeugers mit Wärme (Wärmepumpe) und Mobilität (Wallbox) zur Maximierung des Eigenverbrauchs.
Vertraglich fixierte Reaktions- und Wiederherstellungsfristen des Wartungsunternehmens bei Ausfällen von Kernkomponenten.
Ertragsmindernde Oberflächenverschmutzung der Solarmodule durch Staub, Vogelkot, Agrarrückstände oder Flechtenbildung.
Projektgesellschaft (z. B. Projekt-GmbH); eigenständige juristische Person zur Risiko- und Haftungsisolierung eines einzelnen PV-Investments.
Genormte Laborbedingungen zur Leistungsdeklaration (1.000 W/m², 25 °C Zelltemperatur, Air Mass 1,5).
Gesamtgehalt gelöster Feststoffe im Reinigungswasser, gemessen in ppm (unter 10 ppm für VE-Wasser).
Tunnel Oxide Passivated Contact; moderne n-Typ-Zelltechnologie mit ultradünner Tunnelschicht; Standard für Spitzenwirkungsgrade über 22 %.
Technische Regel für Betriebssicherheit; regelt die Bereitstellung und Benutzung von Leitern und Absturzsicherungen bei Montage- und Servicearbeiten.
Vollentsalztes Wasser; mineralfreies Wasser ohne Ionenfracht zur rückstandsfreien Reinigung empfindlicher Antireflexschichten.
Bindung an proprietäre Hard- oder Software eines Herstellers, die den späteren Wechsel oder die freie Wartung verwehrt oder verteuert.
Verteilnetzbetreiber; Betreiber des lokalen Stromverteilnetzes, zuständig für Netzprüfung, Zählersetzung und Einspeisevergütung.
Verkehrsrechtliche Anordnung; behördliche Genehmigung für Straßensperrungen oder Halteverbotszonen beim Einsatz von Hubsteigern oder Kränen.
Technische Leistungsregelung, die die Wechselrichterausgabe sekundengenau drosselt, sodass kein Solarstrom ins Netz fließt.
Spezifisches Messkonzept hintereinandergeschalteter Zähler zur parallelen Nutzung von PV-Eigenstrom und vergünstigten Netzentgelten (§ 14a EnWG).
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